Funktion des Gehörs

Anatomie des Gehörs

SO FUNKTIONIERT DAS GEHÖR

Anatomie des GehörsAnatomie des Gehörs

Das Gehör ist einer unserer fünf Sinne. Es ist nie ausgeschaltet und muss zwischen einer Vielfalt von Signalen unterscheiden können, vom stillen Rauschen eines Baumes bis zum Verstehen einer fremden Sprache. Die Aufgabe des Gehörs ist es, Schallwellen in Nervenimpulse umzuwandeln, die das Gehirn verarbeitet.

SO FUNKTIONIERT DAS GEHÖR
Das Aussenohr, der Gehörgang und das Mittelohr empfangen und verstärken die Schallwellen, die das Trommelfell in Schwingungen versetzen. Der Hammer und der Amboss leiten die mechanischen Schwingungen des Trommelfellsan den Steigbügel weiter, der sich wie ein Kolben im ovalen Fenster bewegt. Die Schwingungen werden dadurch auf die Flüssigkeit im Innenohr übertragen.

Die kleinen Wellenbewegungen in der Schnecke aktivieren die Haare der Haarzellen im Innenohr. Hierdurch werden die Haarzellen angeregt, über den Hörnerv elektrische Impulse an jenen Teil des Gehirns hinter dem Felsenbein zu senden, der gemeinhin «Gehörsinn» genannt wird. Die Frequenz des Schalls entscheidet darüber, welche Haarzellen aktiviert werden. Dadurch wird es möglich, zwischen unterschiedlichen Signalen zu unterscheiden.

Querschnitt durch die SchneckeQuerschnitt durch die Schnecke

Querschnitt durch die Schnecke.

Wenn Haarzellen wegen Alter, Krankheit oder einer anderen Beeinträchtigung zerstört werden, wird es schwierig, gewisse Signale zu hören und zwischen verschiedenen Signalen zu unterscheiden.

Die inneren Haarzellen sind die wichtigsten Sinneszellen der Hörfunktion, weil sie das Hörorgan mit dem Hörnerv im Gehirn verbinden. Beim Auftreffen von Schallwellen vibriert die Basilarmembran, auf der sich die Haarzellen befinden. Unterschiedliche Frequenzen des Schallsignals erzeugen Schwingungen an verschiedenen Stellen entlang der Basilarmembran. So aktivieren mittelhohe Frequenzen um 1 kHz die inneren Haarzellen in der mittleren Windung des Schneckenganges. Die Nervenzellen leiten die Bewegungen über Nervenimpulse an das Gehirn weiter, welches den Impulsen Frequenz und Lautstärke zuordnen. Die inneren Haarzellen «übersetzen» also einen physischen Schall in neuronale Impulse für das Gehirn.

Die äusseren Haarzellen enthalten Muskelgewebe und sorgen dafür, dass die Basilarmembran auch bei einem Schall mit niedrigem Pegel ausreichend vibriert. Die äusseren Haarzellen arbeiten wie ein Servomechanismus im einem Auto: leichte Schwingungen schwacher Schallgänge werden mechanisch verstärkt, wodurch die inneren Haarzellen angeregt werden. Die äusseren Haarzellen werden leicht durch Lärm (Knall, Industrielärm) beeinträchtigt.

Äussere HaarzellenÄussere Haarzellen

Wie Gräser im Wind: äussere Haarzellen

Der Hörnerv: Die Nerven eines jeden Ohrs führen zum Hirnstamm. Von dort aus führen sie auf der jeweils gegenüberliegenden Seite des Kopfs zum Gehirn und enden an der Hirnrinde genau oberhalb des gegenüberliegenden Ohrs hinter dem Felsenbein. An dieser Stelle, der Hörrinde, befindet sich das eigentliche Hörzentrum im Gehirn.

HAARZELLEN: FEINSTE SINNESZELLEN IM OHR
Es gibt etwa 23 000 Haarzellen in der Hörschnecke. Die inneren und äusseren Haarzellen haben unterschiedliche Funktionen. Die Gesamtfunktion der Haarzellen ist für unser Hörvermögen ganz entscheidend. Werden die Haarzellen beschädigt, regenerieren sie sich nicht mehr.